WNO 2015 Herdla

Nach dem Reinfall in Abelsnes (Südnorwegen), dem Super-Reinfall in Borhaug (Südnorwegen) war mir der Norgevirus irgendwie abhanden gekommen. Was nun ? Mein Begleiter der Abelnestour hatte ebenfalls die Nase vom Süden voll und so beschlossen wir zu dritt nach Herdla zu fahren, zumal der 3. Mann da bereits einiges an Erfahrung sammeln konnte. Einige Vorgespräche fanden statt. Als Anreise wählten wir die Route über Hirtshals (Dänemark), dann mit der Fjordline-Nachfähre nach Bergen.Pünktlich morgens um 6.00 Uhr ging es Richtung Norden. Relativ problemlos erreichten wir am späten Nachmittag Hirtshals. Strahlender Sonnenschein erwartete uns. Ein Bierchen hatten wir uns nun verdient. Dann ging es auch schon zum „Check in“und pünktlich verließ die Fähre den Hafen. Nach einer sehr ruhigen Überfahrt, dem Besuch des Duty – Free Shops, einem reichhaltigen Frühstück an Bord, haben wir nach nur einer Fahrzeit von gut 1,5 Std., unsere Location erreicht.

Das Haus ließ wirklich keine Wünsche übrig. Eine sehr grosse Küche mit Essbereich. Kühl-Gefrierkombination, Ceran-Kochfeld, Backofen, wie es halt zum norwegischen Standard gehört, Mixer, Kocher, Toaster, es war an alles gedacht. Die Sitzgruppe mit TV lädt zum Plausch oder Umtrunk ein. Die fast raumhohen Fenster sollten allerdings im Sommer abgedunkelt werden, sonst wird es leicht zu heiß im Raum.Wir hatte dies auch dem „Hauswart“ mitgeteilt, allerdings ohne Erfolg, denn im Jahre 2017 war die Anlage als Eigentumswohnanlage verkauft und stand somit für Angeltouristen nicht mehr zu Verfügung. Die Boote waren alte umgebaute Rettungsboote, mit einem 15 PS Diesel, sehr seetüchtig in einer Grösse von 25 Fuss. Für 4 Personen ausreichend Platz. So traten wir uns in keinster auf die Füsse. Die Ruten wurden klar gemacht und nach einem guten Frühstück ging es ab auf die Pirsch. Der Diesel tuckerte uns zu unserem Ziel. Satte 5,5 Knoten, da brauchte es schon seine Zeit, bis wir an der ersten Stelle ankamen. Das Echolot zeigte hin und wieder Fischsymbole. Also anhalten, Ruten raus und harren der Dinge die kommen. Schon nach den ersten Würfen stellten wir fest, das die Pilker nicht zu klein sein sollten, denn die Unterströmung war sehr stark, dazu Wind und so fanden sich Gewichte der 300 gr Klasse an unseren Ruten wieder. Neben den leider doch kleinen „Küchenköhlern“ ging dem Burkhard ein halbwegs vernünftiger an den Haken, aber auch mit 2.8 kg eher eine übersichtliche Größe. Auch unsere Boxen waren mit den allgegenwärtigen Küchenköhlern wieder gefüllt.  Der Anfang war gemacht, obwohl jeder insgeheim mehr erwarte hatte. Waren wir doch voller Erwartung hierher gefahren. Grosse, dicke Köhler, Dorsch und Leng sollten uns die Gewässer hier bescheren. Auch der 2. Angeltag war mehr oder weniger eine Kopie des ersten und so warfen wir dann am späten Nachmittag den Grill an.Das Fehlen des Futterfisches, der Makrelen, machte sich doch stark bemerkbar. Dazu die starke Drift, die das Pilken sehr erschwerte und man doch schneller ermüdete. Wenigstens ich, lag es am Alter oder am Muskelschwund, denn ich durfte ja kurbeln, während der Rest die E-Rollen benutzte. Warum eigentlich ? Nicht das es ein zähes Angeln war, es gab genug. Nur halt nicht in den Größen die war uns gewünscht hatten. Dorsch bisher noch gar nicht. Wir beschlossen den nächsten Tag eine andere Stelle anzulaufen, um evtl. doch den einen Leng oder Schellfisch an den Haken zu bekommen.
Der 3. Angeltag bescherte uns dann doch wenigstens einmal eine andere Sorte. Einen kleinen Schellfisch. Zwar auch dieser nicht von der erwünschten Grösse, aber doch mal was anderes als immer nur Köhler, Köhler und nochmals Köhler. Von kampfstarken Expemplaren konnte man nur träumen.
Trotz gutem Wetter blieb es auch heute bei den üblichen Kandidaten.
Die Filetierhalle in der Anlage war vom Feinsten. Es fehlte an nichts. Lediglich der Weg vom Steg hierhin war aufgrund der grossen Tide manchmal rutschig und daher brandgefährlich.

Ans leibliche Wohl wurde natürlich auch gedacht und so tischte ich die vorgekochten Rouladen auf. Dazu traditionell Klöße und Rotkohl. Im Vorfeld wurde sogar die übliche Tourspeisenkarte erstellt. Besser als im Restaurant war es allemal.

Nun wird es aber auch Zeit für einen Ausflug. Immer nur Angeln,  das muss nicht sein. Mal schauen was Herdla zu bieten hat.

Herdla ist eine 1,6 km² große Insel an der nördlichen Küste der Insel Askøy bei Bergen, Norwegen. Während des Zweiten Weltkrieges war Herdla ein Stützpunkt für die deutsche Luftwaffe. Das flache Gebiet “Herdlevalen” bot sich als Platz für einen Flughafen an. Herdla war der wichtigste Flughafen zwischen Stavanger Sola und Trondheim Værnes. Der Flughafen auf Herdla war wichtig zur Verteidigung der Stadt Bergen. Herdla wurde zur “Festung Herdla” erklärt; alle zivilen Einwohner mussten ihre Heimat verlassen. Meist waren etwa 3.000 deutsche Soldaten auf Herdla stationiert. Dazu kamen mehrere tausend russische Kriegsgefangene, die am Bau des Flughafens mitarbeiteten. 1945 kehrten die Einwohner auf die Insel zurück. Noch heute zeigen der etliche Hinterlassenschaften von der sicherlich nicht leichten Zeit auf beiden Seiten.

Das Herdlamuseum beherbergt zahlreiche Utensilien der damaligen Zeit. Man sollte es sich nicht entgehen lassen. Auch auf den Aussenlagen wird zahlreiches aus der damaligen Kriegszeit dem Besucher vor Auge gehalten. Ob Seeminen, Panzersperren oder komplette restaurierte Flugzeuge sind in diesem Museum, bzw. seiner Aussenstelle, zu .
Auf unserer weiteren „besichtigen.“ waren noch ganz allerdings noch ganz
andere „Baustellen“ zu bewundern.
Hoch oben auf dem Hügel der Insel. wurden wir Zeuge des Neu- oder
Wiederaufbaues eines Wikingerdorfes. Baumaterial war schon vorhanden, Hinweistafeln auch, nur der Fertigstellungstermin,  der wurde nicht genannt. Oder war es doch nur eine Hütte ? Wir werden es wohl nie  erfahren.

Bergen

Und dann holte uns das schlechte Wetter doch noch ein. Bergen, die regenreichste Stadt Norwegens, das könnte man doch einmal probieren. Also auf zum Besuch des Fischmarktes, der Altstadt, desAuariums, aber seht selbst.
Beginnen wir mit der ersten Station, das Aquarium. 20 Euro Eintritt, ganz schön happig.
Ansonsten,  der Krefelder Zoo kostet nur ein Drittel, ist sauberer und bietet mehr. Kurz und bündig, eine Fehlinvestition. Also auf zur Altstadt.
Hauptsächlich wohl für Kreuzfahrer, „WanTan“ Touris geschaffen, sind auch die Preise der „Gastronomie dementsprechend.
Feuchter Boden, Ketchup und Senf aus Plastikspendern, halbe Lachsbrötchen in Frischhaltefolie gewickelt,
Wahnsinnsambiente also
und das ganze dann noch für sagenhafte 50 NOK – bei einem damaligenWechselkurs von 1: 8 also
6.25 Euro. Wohl bekomms….
Auch an den anderen Ständen war es nicht viel besser . Nepp hoch drei ..
In der Altstadt fielen einige sehr schöne Gebäude auf, die restauriert wurden, teilweise zugängig,teilweise verschlossen.
Ansonsten auch hier alles mögliche kaufbar, von Rentierfällen über Angelzubehör und natürlich den üblichen Souvenirs.

Back zu unserer Location, da wartete doch noch eine Leckerei…
Am frühen morgen hatte unser Platzwart, Rene, uns versprochen frischen, geräucherten Lachs vorbeizubringen.

Ratz Fatz und der Teller war leer. Der beste Räucherlachs den ich je gegessen habe. Danke Rene.

Das wars dann….
Für mich war es dann auch eine Glaubensfrage, denn so wollte ich es nicht wiederholen. Das geht doch besser. Aber wie ? Davon mehr im nächsten Reisebericht, mit richtig dicken Köhlern an leichtem Geschirr.

Bis denne, Euer Johannes