SNO 2014 Abelnes

Meine erste Norwegen-Angelreise Mai 2014

Eines Tages, im Sommer 2013, fragte mich mein Campingkollege ob ich nicht Interesse an Angeln in Norwegen hätte.  Ups ja, dicke Fische, tolle Boote, das wär doch was. Und so wurde mir dann auch mitgeteilt, was ich zu beschaffen hätte.E-Rolle, ja das musste sein, Akkus, am Besten direkt 2
Pilkrute 30 – 50 lbs
Pilker bis 300 gr
Gummifische bis 400 gr
Schnur mit 40 lbs Tragkraft
Floater, na klar, Michelinmännchen lässt grüßen.und und und

so nahm das „Unglück“ seinen Lauf. Nach wenigen Wochen war der Keller gefüllt mit dem Inhalt eines kleinen Angelladens.

Nur die Location stand noch nicht fest, wie auch. Hatte von den Örtlichkeiten soviel Ahnung wie die Kuh vom Sonntag. „Insider“ machten mich auf Ana-Sira in Südnorwegen aufmerksam. Adresse bekam ich auch. Schnell gebucht, zahlbar vor Ort.
Doch das Glück währte nicht lange, da erhielt ich eine Mail mit einer Absage wegen Verkauf des Hauses. Und nun ? Man(n) ist ja kein kleiner Dummer, also flugs geschaut nach entsprechenden Foren. Siehe da, 2 wurden gefunden, aber was ist das ? Die sehen ja beide sehr gleich aus. Bin ich nun hier richtig oder doch besser dort? Irgendwie bin ich dann bei „Freunden“ hängengeblieben und schilderte mein Vorhaben. Ein Reiseveranstalter aus Porta Westfalica half mir und so wurde meine erste Norwegenreise gebucht.
Es ging nach Abelnes/Flekkefjord in Südnorwegen. Anfang Mai sollte es stattfinden, für eine Woche ab ins Mekka der Grossfischfänger. Klasse.

Wir beide wollten keinen Reisestress und so fuhren wir bereits am Freitag Richtung Dänemark.
In einem kleinen, preiswerten Motel übernachteten wir.
Am frühen morgen des nächsten Tages ging es los, Richtung Hirtshals. Wir fuhren mit der Colorspeed nach Kristiansand. Alles Neuland für mich. Vom gebuchten Buffet war ich etwas enttäuscht. Hatte mir das etwas anders vorgestellt.
Die Fährzeit von knapp 3 Std. verging sehr schnell und gegen 18.00 Uhr erreichten wir unsere Herberge bei Pjotr in Abelnes.

Ein kleines Haus mit Platz für 4 Personen, dennoch sollte man mit max 3 Personen das Boot belegen, sonst wird es eng. Ansonsten fehlte es an nichts. Superküche, Filetierplatz (naja), Grillhütte,

2 Gefriertruhen, Parkplatz am Haus. Lediglich die Tatsache, das man zum Bootshafen knapp 3 km fahren muß, ist nicht so prickelnd.

Unser Böötchen war ein schickes kleines Kajütboot mit einem 60 PS
Aussenborder. Doch mit mehr als 3 Personen sollte man hier nicht
angeln. Einfach zu wenig Platz. Auch das bei zuviel Gewicht im Heck
durch den Lenzstopfen Wasser eindringt und die Plicht volläuft. Die Geschwindigkeit betrug rund 45 km/Std, also schon recht flott unterwegs. GPS und Kartenplotter waren vorhanden, lediglich der Scheibenwischer war „Out of Order“ und durfte von Hand bedient werden. Trotz Reklamation änderte sich dies während unserer Woche nicht. Die Kabine war wirklich nur eine Schlupfkabine und diente uns zum Abstellen von Tackle, Jacken und Floater.

Im Vorfeld hatten wir von unserem Reiseveranstalter eine Skizze mit „Fangpunkten“ erhalten. Nur war leider in den wenigsten Fällendort Fisch anzutreffen.

Die erste Ausfahrt diente zunächst dazu sich mit dem Gebiet vertraut zu machen. Und so fuhren wir mal hierhin, mal dahin, probierten es mal hier und mal dort. Und wir hatten sogar was in der Bütt, immerhin
kein Schneider und ich staunte ob der Grösse der Fische in Norwegen…

Wenigstens war der erste Gummifischverlust Neptuns Opfer. Greifen wir halt morgen wieder an.

Zunächst wollte auch ein wenig Essen zubereitet werden. Bereits in der Heimat wurden diverse Gericht vorgekocht. Und so gab es dann ein typisches Männergericht.

Curry-Rahmgeschnetzeltes mit Reis. Lecker wars.

Im Vorfeld hieß es eigentlich immer „Ihr müsst auf das Listaplateau“ da sind die dicken Pollacks, Dorsche und Köhler. Und heute sollte es gewagt werden. Den Riemen auf die Orgel und gen Lista. Im Mündungsbereich des Fjordes stand zwar noch nette Dünung vom Vortag, aber ansonsten liess sich dank GPS und Karte der Wegpunkt LP2 gut anfahren. Und schon surrten die E-Rollen (wie bekloppt muss man sein)und ließen die 150 gr Pilker auf die für mich Wahnsinnstiefe von 25 m sinken. 

Fischsymbole in Massen in eben dieser Tiefe und es dauerte nicht lange, da zappelte es an der Rute heftig. Und hoch damit, klar mit Vollgas, wozu hat man so ein Ding. Ja, wir standen wirklich im Schwarm von „richtig dicken“ Köhlern. Nach gut einer Stunde sah es so aus, Nach 2 Std. war dann der Spuk vorbei und es lagen rund 60 dieser Fischlis in der Bütt.
Ist wohl für Südnorwegen die im Frühjahr gängige Grösse, da dann grosse Kleinköhlerschwärme in den Fjord einziehen.

Ja Spaß hat es gemacht, kannte ich doch wirklich nicht was eigentlich machbar ist. Das aber in einem anderen Reisebericht. Eine weitere Ausfahrt auf das Listaplateau war uns leider nicht gegönnt, zuviel Wind. Das Listaplateau könnte Stoff für einen Roman liefern „Vom Winde verweht“ Und so blieb uns leider nur noch die Erkundung des Flekkefjordes, Hidrasundes und des Strandsfjorden. Allerdings mit sehr mässigemErfolg, zumal mein Kumpel nicht die geringste Erfahrung zur Pollackangelei hatte. Auch Abstecher zur „Rentnerbucht“, zur BBBucht brachten keine nennenswerten Erfolge. Ergo waren die Fischlis vom Listaplateau die Ausbeute, aber doch immerhin 7,5 kg pro Nase Köhlerfilet.

Der Rest ist schnell erzählt, 1 Ausfalltag wegen Regen und zuviel Wind auch im Fjord und schon ging es wieder auf die Fähre ab nach Hause.

Eine Rückfahrt wie ich sie nie mehr erleben möchte. Regen, Regen, Regen und dann noch eine Nachtfahrt. Nee, das muss ich nicht haben.

Autor – Johannes