Zielfische

Hier soll es um die Fischarten gehen die sich in den norwegischen Fjorden tummeln. Viele sind aber für den Angler eher uninteressant und so wird nicht auf alle ausführlich eingegangen.

1. Dorsch (Gadus morhua)

Maximale Länge 180cm, aber heute selten über 150cm. Gewicht bis über 70kg, aber heute sind 40kg schon sehr selten. Im allgemeinen sind die Dorsche die gefangen werden deutlich kleiner und Fische über 10kg sind in den Westnorwegischen Fjorden schon nicht alltäglich.Vereinzelt werden aber auch Fische >15kg gefangen, dann eher in der kälteren Jahreszeit. Nach der Laichzeit, die sich von Januar bis etwa April erstreckt, findet man den Dorsch ab Mai am ehesten in eher flacheren Bereichen von 5-30m und dann lohnt ein gezieltes angeln mit Blinker, Gummifisch und kleineren Pilkern. Auch von Land hat man durchaus Chancen, z.b an Straumen, wo wir immer wieder mit Spinnrute und Meerforellenblinkern Erfolg hatten.

Guter Dorsch aus einem Straumen am Ende des Rödvenfjord.
Auch mit Naturköder kann man stellenweise Dorsch fangen aber leider gibt es dabei nur zu oft Beifänge wie Knurrhahn und andere Kleinfische.

 


Die besten Erfolge brachten in der wärmeren Jahreszeit kleine Gummifische bis 10cm .
Gefischt wird dann direkt unter dem Boot (vertikal) bei langsamer Köderführung.

 

 

Mit dieser Größe kann man dann im Sommer mehr als zufrieden sein.
 

2. Köhler (Pollachius virens)

 Maximale Länge dürfte im Bereich 140cm liegen, Fische >130cm wurden schon gefangen. Das Endgewicht dürfte im Bereich um 25kg liegen. Der Köhler lebt als pelagischer Schwarmfisch von der Oberfläche bis in Tiefen über 300m. In den Fjorden findet man ihn vom Flachwasser bis in Tiefen von >150m. Die Saison reicht praktisch über das ganze Jahr aber Hauptsaison ist eher die Zeit von Juni – Oktober. Wird meist über großen Wassertiefen mit schnell geführten Ködern (schwere Blinker, Pilker,Gummifisch) aber auch Paternoster (leider meist kleine Exemplare), Naturköder oder gar Fliegenfischen sind möglich. Wenn der Köhler wenig aktiv und schwer zu finden ist kann es auch Sinn machen sein Glück mit geschleppten Wobblern zu versuchen. Wer die Möglichkeit hat kann auch Downrigger und die üblichen Schleppköder versuchen. 
Schnell geführte, schlanke und schnellsinkende Pilker in 50 – 100g haben sich bewährt für die Köhlerangelei.

wenns läuft,  dann hat man schnell ein paar gute Fische zusammen, auch “Gummi” wird genommen, dieser Köhler nahm eine SG Sandeel, manchmal ist man froh etwas mehr Schnur auf der Rolle zu haben. Der Köhler (rechts) ging in ca. 120m an den Haken und hat in 2 Fluchten die Spule fast komplett geleert…….

 

3.Pollack (Pollachius pollachius)

Maximale Länge 120cm bei Gewichten bis zu 15kg. Im Schnitt aber deutlich kleiner mit Durchschnittsgrößen von 40-60cm. Lebt wie der Köhler pelagisch von Bodennähe bis in den Oberflächenbereich. Oft an Steilufern zu finden oder in der Algenzone wie auch an Wracks. Von Oktober bis Mai eher tiefer (60-80m) ab Mai wieder deutlich flacher von der Uferzone bis in 50m Tiefe an den Steilwänden.
Die Angelmethoden auf Pollack sind vielfältig, von Pilker über Gummifisch bis hin zur Posenangelei oder Fliegenrute, alles ist möglich.

wenn auch etwas “magerer” Pollack , gefangen auf 30g Pilker im Innfjord im Sommer 2013.

 

Schöner Pollack,gefangen an einer Untiefe auf einen geschleppten Rapala Wobbler

Eine weitere Möglichkeit ist das Fischen mit der Pose von Land aus z.b. an Steganlagen oder felsigen Uferzonen  mit Bewuchs (Algenzone).Top-Köder im Sommer waren aber vor allem kleine GuFis wie der Lunker City Shaker in 3.25 (8cm).Selbst unter schwierigen Bedingungen wie im Sommer 2018 waren damit noch Fische zu fangen während auf
Pilker & Co. nichts ging.

Ein paar Posen,Stopperknoten, Bleischrote oder kleine Haken und etwas Vorfachmaterial, mehr ist nicht nötig. Mehr dazu später in der Rubrik “Tackle”.


4. Leng (Molva molva)

Der Leng kann Längen bis 200cm und Gewichte von >50kg erreichen, meist sind die Fische aber kleiner , im Schnitt 60-100cm, es werden aber jedes Jahr Fische >170cm und bis über 35kg gefangen.
Der Leng lebt meist in Grundnähe,steigt aber auch in obere Wasserschichten.Er bevorzugt festen Grund (felsig) aber kommt auch über Lehmböden vor,so hatten wir immer wieder Leng als Beifang über Weichböden in Tiefen bis 200m.

Hauptsaison  für die Angelei auf Leng ist von Mitte August bis Saisonende was meist Ende Oktober ist da man später kaum noch Boote leihen kann ,wenn aber dann geht die Saison bis in den Winter hinein.Die Laichzeit beginnt meist im Februar und zieht sich je nach Region bis in den Juni.

Während der Laichzeit sind die Fische an den Laichplätzen konzentriert, sie dann gezielt zu befischen ist freilich nicht “die feine Art” und fördert nicht die Bestände. Beangelt wird der Leng meist mit Naturködern (Fisch, Fischstücke, Kopffüßer etc.) in Tiefen von ca. 30m bis teils runter auf über 250m. Dort trifft man dann auch auf den nahen Verwandten den Blauleng (Molva dipterygia) der meist über Weichböden in Tiefen von 250-1000m vorkommt. Vom Leng unterscheidet er sich durch die kürzere Kinnbartel, ist insgesamt schlanker und auch der Schwanzstiel ist deutlich schlanker. Mit 160cm und Gewichten bis 30kg bleibt er deutlich hinter dem Leng zurück. Da der gezielte Fang aktuell nicht erlaubt ist (stand 2018) wird hier weiter nicht darauf eingegangen.

 

5. Lumb (Brosme brosme)

Der Lumb wird bis zu 130cm lang und erreicht Gewichte  bis über 25kg.
Die großen Exemplare stehen meist deutlich tiefer. Allgemein findet man den Lumb im Fjord eher tiefer, ab ca. 100m während grad kleinere Exemplare im Norden schon ab 30m  zu finden sind und oft in großen Gruppen auftauchen oft zum Ärger der Angler da sie gierig nahezu jeden Köder nehmen und oft stark  “verwurmt” sind. Dieses Problem kennen wird z.b im Fjord nicht, da waren die Fische frei von Nemathoden. Beangelt wird der Lumb wie der Leng fast ausschließlich mit Naturködern. Dabei geht es runter bis auf Tiefen von  über 300m. Eine Besonderheit beim Lumb ist u.a die sehr dicke Haut die durchaus 5mm stark sein kann.

Einige kapitale Lumb aus Tiefen von 200 bis 350 m

 

6.Schellfisch (Melanogrammus aeglefinus)

Der Schellfisch erreicht ein Gewicht bis zu  14kg bei einer max. Länge von 110cm. Aber schon Fische von 10kg sind selten, der größte Schellfisch soll 1949 gefangen wurden sein bei einer Länge von 44 inches (112cm) bei einem Gewicht von 37lb. (16,8kg).
Der Schellfisch lebt Bodennah in Tiefen von bis zu 200m, in den Fjorden waren die Fische je nach Jahreszeit in 30-70m über Weichböden  zu finden. Gelegentlich gab es auch Fänge meist größerer Exemplare im Freiwasser zb. am Rand von Köhlerschwärmen. Im Normalfall wird aber besser auf Naturköder wie Garnele und Fischfetzen  gefangen bei Wassertiefen von 50-70m und weichem Grund (im Spätherbst und Winter aus flacher).

 

Herdla/ Askøy 2015

7. Seehecht (Merluccius merluccius)

Seit einigen Jahren nehmen die Fänge von Seehechten im Fjordland mehr und mehr zu.Nahm man früher an der Seehecht sei eher der “Sommergast” weiß man nun das dies nicht so ist denn auch im Winter werden Fische gefangen.Der Seehecht erreicht Längen bis >130cm und Gewichte bis >16kg.Was die Standplätze angeht so halten sich Seehechte meist vom Mittelwasser bis in Grundnähe auf und das in Wassertiefen von 50-400m (evtl. auch tiefer ?)

Gute Seehechte, gefangen am Westkap nahe Voksa. Gefangen wird fast ausschließlich auf Naturköder (ganze Fische,Fischfetzen).

 
 

8.Wittling (Merlangus merlangus)

Der Wittling erreicht bis zu 70cm  Länge und bis zu 3kg Gewicht. Gerade der Romsdalsfjord ist bekannt für große Wittlinge, Exemplare bis >70cm konnten wir schon fangen.
Die Fische sind vom Flachwasser (Algenzone) bis in Tiefen von gut 200m zu finden, meist aber flacher. Die besseren Exemplare fanden sich meist in Tiefen von 40-60m und dort deutlich über Grund bei etwa 60-70% der Wassertiefe. Meist wurde auf Naturköder (Garnele,Fischfetzen) gefangen aber auch auf Pilker und Gummiköder gab es Fänge.

Wittling aus  gut 50m  auf Gummifisch (Wassertiefe war 90m).